Die persönliche Freiheit zählt zu den höchsten Gütern einer demokratischen Gesellschaft. Doch gerade im klinischen Alltag stehen medizinische und pflegerische Fachkräfte immer wieder vor der Herausforderung, zwischen Selbstbestimmung und notwendigem Schutz abzuwägen. Die Universitätskliniken Wiener Neustadt und Hochegg zeigen seit Jahren, wie dieser Balanceakt gelingen kann – in enger und bewährter Zusammenarbeit mit der Bewohnervertretung des NÖ Landesvereins für Erwachsenenschutz.
Unter dem Motto „Schutz und Würde – Hand in Hand“ setzen die Kliniken konsequent auf einen menschenrechtsbasierten Umgang mit freiheitsbeschränkenden Maßnahmen – stets mit dem Ziel, Alternativen zu fördern und Freiheitsbeschränkungen nur als letztes Mittel anzuwenden.
Klares Regelwerk und offene Kommunikation
Grundlage dieser Praxis ist das Heimaufenthaltsgesetz, das genaue Kriterien und Formen von Freiheitsbeschränkungen definiert – etwa mechanische, elektronische oder medikamentöse Maßnahmen. Ein zentrales Werkzeug in der Umsetzung ist das „Handbuch für freiheitsbeschränkende und alternative Maßnahmen“, das nicht nur in den beiden Kliniken, sondern auch in weiteren Häusern der Thermenregion Anwendung findet. Dieses wird regelmäßig gemeinsam mit der Bewohnervertretung aktualisiert.
Institutionalisierte Kooperation mit Vorbildcharakter
Besonders hervorzuheben ist die enge, strukturierte Abstimmung auf Leitungsebene: So nimmt Herr DSA Roland Köhler, Vertreter der Bewohnervertretung, jährlich an der Besprechung der Bereichsleiterinnen und Bereichsleiter im Universitätsklinikum Wiener Neustadt teil. Gemeinsam mit Pflegedirektorin Dipl. KH-BW DGKP Christa Grosz, MBA, MBA und weiteren Verantwortlichen wird der Umgang mit Freiheitsbeschränkungen reflektiert, weiterentwickelt und kritisch hinterfragt.
„Wir erleben eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe – geprägt von Vertrauen, Klarheit in den Abläufen und echtem Interesse am Wohlergehen der Patientinnen und Patienten“, so Köhler.
Auch von Seiten der Klinikleitung wird diese Kooperation sehr geschätzt: „Die kontinuierliche Abstimmung mit der Bewohnervertretung unterstützt uns in unserer täglichen Arbeit und gibt uns Sicherheit im Umgang mit schwierigen Entscheidungssituationen“, betont Pflegedirektorin Christa Grosz.
Gemeinsames Ziel: Menschlichkeit im Zentrum
In der Praxis zeigt sich die erfolgreiche Kooperation insbesondere bei der sorgfältigen Prüfung der Voraussetzungen für Freiheitsbeschränkungen, bei der Aufklärung der Patientinnen und Patienten und Angehörigen sowie bei der gemeinsamen Reflexion über Alternativen.
Die Universitätskliniken Wiener Neustadt und Hochegg bleiben ihrem Grundsatz verpflichtet: Freiheitsbeschränkungen dürfen nur dort zum Einsatz kommen, wo sie absolut notwendig sind – und immer unter Achtung der Menschenwürde und im Dialog mit allen Beteiligten.
BILDTEXT
Foto: Die Pflegedirektorin der Universitätskliniken Wiener Neustadt und Hochegg Dipl. KH-BW DGKP Christa Grosz, MBA, MBA mit DAS Roland Köhler, Vertreter der Bewohnervertretung des NÖ Landesvereins für Erwachsenenschutz.
Fotocredit: Universitätsklinikum Wiener Neustadt
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